Bericht über die Internationale Jugendbegegnung

Hapoel Shaar Hanegev/Eshkol  - TV Bad Bergzabern-Schwimmen
vom 22.05. bis 30.05.2008

Erfahrungen und Erkenntnisse:
Nachdem vor einem Jahr die Begegnung im letzten Augenblick gescheitert war, weil unser Reiseziel, die Region um Sderot,
kurz vor unserem Abflug verstärkt mit Kasam-Raketen aus dem Gaza-Streifen beschossen wurde, wollten wir 2008 einen
erneuten Anlauf nehmen, planten aber alle Aktivitäten und vor allem die Unterbringung der Teilnehmer außerhalb von Sderot.
Diese Maßnahme war möglich, weil unser Partner, die Negev-Auswahl, sich aus Schwimmern aus Sderot, Eshkol, Omer, Beer
Sheva und Arad zusammensetzte und erwies sich als richtig, weil auch dieses Jahr kurz vor Reiseantritt der Beschuss mit
Raketen zunahm.
Die Familien in und um Sderot waren natürlich enttäuscht, uns nicht aufnehmen zu können, registrierten aber unseren Besuch
mit Genugtuung und als Zeichen von ‚Solidarität’, nachdem der israelische Bildungsminister vor Fahrten in die Region Hanegev
warnte und einigen Schwimmern aus Jerusalem die Teilnehme am Spring-Cup von ihren Eltern untersagt wurde.
Unsere Schwimmer hielten meine Vorsicht anfangs für übertrieben, wurden aber doch deutlich nachdenklich, als ihnen die
israelischen Schwimmer aus Sderot ihren Alltag schilderten. Sie hätten beim Schwimmtraining genau 35 Sekunden Zeit, um
nach dem Ertönen des Alarms das Becken zu verlassen und einen Schutzraum aufzusuchen. Im vergangenen Jahr wurde sogar
das Training für einige Zeit eingestellt, nachdem eine
Rakete im Schwimmbadgelände eingeschlagen
war.
Die geringe Sprachkompetenz der jüngeren
Teilnehmer, die manchmal nur eine holprige
Verständigung ermöglichte, kann dabei leicht in Kauf
genommen werden, weil besonders die jüngeren
Teilnehmer auch auf israelischer Seite besonders
unbefangen auf ihre Partner zugingen. Dass
besonders die jüngeren Teilnehmer am Alltag des
Partners interessiert waren, überrascht nicht und
sollte als Chance genutzt werden. Im Übrigen verlief
die Begegnung erwartungsgemäß und erfüllte alle
Ziele.
Die Begegnung in Israel war ein Erfolg und kann auch
in Zukunft eine tragfähige Basis für weitere
Begegnungen sein.
Verlauf der Begegnung:
Donnerstag, 22.05.
10 Uhr Treffpunkt am Bahnhof von Bad Bergzabern, Fahrt mit der Bahn über Karlsruhe nach München, Flug nach Tel Aviv
Freitag, 23.05.
00.35 Uhr Ankunft in Tel Aviv, Begrüßung durch Fish
(Amir Cohen) und Weiterfahrt nach Beer Sheva,
Quartierverteilung, Bettruhe 12 Uhr Treffpunkt und
Fahrt nach Gvulot, Wanderung nach Alt-Gvulot, wo
Fred Kahn unseren Jugendlichen die Anfänge der
Kibbuz-Entwicklung erklärte. Der Rückkehr nach
Gvulot schloss sich ein Rundgang durch den Kibbuz
an. Die Zeit bis zum gemeinsamen Abendessen
(Sabbat-Feier) verbrachten wir am und im
Schwimmbad.
Samstag, 24.05.
Teilnahme am ‚Spring-Cup’, Wiedersehen mit vielen
Schwimmern und Trainern von anderen Clubs aus
ganz Israel.
Abends trafen wir uns bei Adi Wolfmann in Beer
Sheva zum Barbecue, bei dem wir uns gleichzeitig
von Schwimmern und Gastfamilien in Beer Sheva
verabschiedeten.
Sonntag, 25.05.
Am Morgen holte uns Yaron Elati, Trainer in Arad, zu einer kleinen Rundreise durch den Negev in Beer Sheva ab. Erste Station
war Sde Boker, wo wir das Grab Ben Gurions besuchten. Bei einer Wanderung durch den Wadi von En Avdat erhielten wir
einen Vorgeschmack auf unsere Wanderung durch den Negev, die uns am nächsten Tag erwartete.
In Arad wurden wir am Hallenbad von den Schwimmern zum gemeinsamen Schwimmtraining erwartet. Die Becken im
angrenzenden Freibad waren noch nicht einmal gefüllt, weil kein Mensch auf die Idee käme, bei kalten 30 °C ins Freibad zu
gehen, wie uns unsere Freunde aus Arad versicherten. Anschließend Quartierverteilung.
Wir, die Betreuer, waren bei Ilan Rontal untergebracht, wo wir am Abend die Wanderung des nächsten Tages durchgingen.
Montag, 26.05.
Keine Abkühlung brachte ein Bad im Toten Meer,
wo das Thermometer in Ein Gedi schon morgens
um 1o Uhr 40° C anzeigte. Gleichwohl war es für
die Schwimmer ein bleibendes Erlebnis auf dem
Rückend liegend die Zeitung zu lesen. Nach einem
kurzen Abstecher in den botanischen Garten des
Kibbuz in Ein Gedi trafen wir an der
Verbindungsstraße von Arad nach Eilat auf Yuval
Rontal und die Schwimmer aus den Gastfamilien in
Arad, die den Vormittag noch die Schulbank
drücken mussten, um gemeinsam ein Stück in
einem Wadi zu wandern.
In den nächsten 5 Stunden erwartete uns eine
anstrengende und schweißtreibende Wanderung
über Stock und vor allem Stein, die dennoch für
alle ein bleibendes Erlebnis sein wird. Yuval zeigte
uns die Vielfalt an Pflanzen und Tieren in der
Wüste und erklärte uns ihre verblüffenden Überlebenstechniken. In Erinnerung wird allen aber wohl die unglaubliche Stille
bleiben, die höchstens einmal ein Vogelschrei durchbrach.
Obwohl alle austrainierte Sportler waren, waren alle erleichtert, als uns der Bus wieder aufnahm und zurück nach Arad brachte.
Es gab auch keinen Widerspruch, als wir das
Training strichen und der Abend zur freien
Verfügung war.
Mittwoch, 28.05.
Der Vormittag wurde vom ‚Damenprogramm’
beherrscht, wir besichtigten einen Betrieb, der
kosmetische Produkte aus den Salzen des
Toten Meers herstellte. Doch es stellte sich
heraus, dass auch die Schwimmer neugierig an
Tiegeln und Tuben rochen, natürlich weil man(n)
ein Mitbringsel für Daheim suchte. Am späten
Nachmittag trafen wir uns mit den Gastfamilien
am Schwimmbad zur ‚Abschiedsparty’, ehe wir
nach einem kleinen Imbiss ein drittes Mal
während unseres Aufenthaltes in die Wüste
aufbrachen. Wir fuhren zur Festung Masada, wo
nach Einbruch der Nacht mit einem
Multimedia-Spektakel die Eroberung der
Festung durch die Römer nachgespielt wurde.
Donnerstag, 29.05.
8 Uhr: Abschied von den Eltern am Schwimmbad in
Arad. Unser erster Programmpunkt, die
Gedenkstätte im Kibbuz Mordechai, entfiel, da
Reisen mit Jugendlichen in die Region um Sderot auf
Anweisung des israelischen Bildungsministers
verboten sind. Deshalb fuhren wir direkt nach
Cäsarea, wo wir den ganzen Tag nicht nur auf den
Spuren der Römer wandelten. Besonders angetan
waren die Schwimmer von der Möglichkeit per Video
mit Figuren von der Antike bis zur Gegenwart
Interviews zu führen.
Auf dem Rückweg besuchten wir in Tel Aviv das
Rabin-Memorial, Jaffa, das fest in der Hand von
zahllosen Brautpaaren war, war Ziel des letzten
Abends unseres Aufenthaltes. Mit einem
Abendessen in der Altstadt von Jaffa nahmen wir
Abschied von Israel und fuhren anschließend zum
Flughafen, wo der Sicherheits-Check mit fast drei Stunden besonders intensiv ausfiel.
Freitag, 30.05.
01.05 Uhr Abflug in Tel Aviv, 05.25 Uhr Landung in München Fahrt mit der Bahn über Karlsruhe nach Bad Bergzabern
14 Uhr Ankunft in Bad Bergzabern, wo die Eltern bereits warteten.