Am 22.02.2007 traten wir, sieben Schwimmerinnen und Schwimmer sowie zwei Betreuer der Schwimmabteilung des TV
Bad Bergzabern, unsere fünftägige Reise nach Reykjavík/ Island an, um dort an einem internationalen Schwimmfest
teilzunehmen, jedoch auch um Land, Leute und Kultur kennenzulernen. Gelegenheit hierzu bot sich direkt am ersten
Abend. Nach der Einteilung in unsere Gastfamilien ging es gleich in die Innenstadt Reykjavíks, um dort ein
Zusammenspiel von Musik und Feuer zu
bewundern. Hierbei sorgte eine
Künstlergruppe mithilfe einiger Stahlrohre
für Rhythmus und ein tolles Klangerlebnis,
indem sie diese mit Feuer erwärmten. Nach
diesem kulturellen Schauspiel kehrten wir
etwas frierend bei gefühlten -20°C in unsere
Gastfamilien zurück. Am nächsten Morgen
stand die „Blaue Lagune“, der berühmteste
Badeort Islands, auf dem Programm. Ein
Bad in dieser ganzjährig 38°C warmen
Quelle soll heilende Wirkungen haben und
ist somit einer der größten Touristenorte
der Insel. Nach einigen Peelings mit
Kieselschlamm neigte sich jedoch auch
dieser erholsame und entspannende
Vormittag seinem Ende zu. Nun rückte der
eigentliche Grund unserer Reise, das
Schwimmen, immer näher. Am Freitag
startete der internationale Wettkampf, an
dem unter Anderem auch Teams aus Schweden, Dänemark, Schottland und Kroatien teilnahmen. Genau das Richtige
für uns um weitere internationale Wettkampfluft zu schnuppern. Die Veranstaltung fand in einem riesigen Wettkampfbad
statt, wobei die Konkurrenz sehr stark war. Den Freitagabend verbrachten wir mit unseren Gastfamilien, wobei beim Ein
oder Anderen die Englischkenntnisse bis auf´s Schwerste beansprucht wurden und uns die isländische Kultur ein wenig
näher erklärt wurde. Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, da der zweite Abschnitt schon sehr zeitig begann.
Dieser Tag wurde komplett dem Schwimmen gewidmet und das hohe Niveau des Wettkampfes wurde schnell deutlich.
Neben Örn Arnarson, einem erfolgreichen WM-Teilnehmer, der noch aktiv am Wettkampfgeschehen teilnahm, war auch
die mehrfache Europameisterin und Olympiateilnehmerin Mette Jacobsen anwesend. Auch für ausreichend Verpflegung
war gesorgt. In der nahe gelegenen Schule wurden wir täglich bekocht. Etwas erstaunt waren wir jedoch, als wir am
Eingang der Schule einen Berg von Schuhen sahen. So ist es in Island nicht nur in Schulen Brauch, die Schuhe vor dem
Betreten eines Hauses auszuziehen, um die Sauberkeit zu erhalten. Am
Samstagabend fanden die Finals der 50 Meter Delfin statt, wobei die 10
besten Schwimmer im KO-System gegeneinander antraten und dies bei
abgedunkelter Halle mit grandiosen Lichteffekten begleitet wurde. Am
Sonntagvormittag startete der letzte Wettkampftag des Schwimmfestes und
wir konnten als Team eine positive Bilanz des gesamten
Wettkampfwochenendes ziehen. Zu guter Letzt blieb sogar noch genügend
Zeit um eine größere Tour zu den Geysiren zu unternehmen, die uns einer
der Gastväter freundlicherweise anbot. Schon auf der Fahrt konnten wir die
Landschaft bewundern. An den Geysiren angekommen, konnten wir an
einem einmaligen Schauspiel der Natur teilnehmen und eine über zehn
Meter hohe Wasserfontäne bewundern, die der Geysir in regelmäßigen
Abständen emporschießt. Anschließend fuhren wir noch zu dem sieben
Kilometer entfernten Wasserfall „Gullfoss“, der als einer der Schönsten
Islands gilt. Das Wasser stürzt hier 31 Meter tief in eine Schlucht; die Ufer
waren teilweise vereist. Bei diesem Anblick wurde uns klar, warum dieser
Wasserfall zu den Schönsten des Landes zählt. Zurück nach Reykjavík
führte uns der Weg über eine verlassene Schotterpiste am ersten
isländischen Parlament vorbei, wo wir noch die geologische Plattengrenze
der amerikanischen- und europäischen Platte erkennen konnten. Zurück in
Reykjavík bei den Gastfamilien war es schon wieder Zeit die Koffer zu
packen, da unser Flieger schon um acht Uhr Montagmorgens abhob. Nach
dreistündigem Flug landeten wir wieder in Frankfurt und unsere Reise nach
Island war viel zu schnell vorüber.
TVBB Schwimmteam zu Besuch in Reykjavik / Island